Grundsätzlich gilt: Unser Satzbau ist einfacher als in der Standardsprache.

Unsere Lehrer rupfen sich manchmal die Haare aus, wenn wir Sätze so schreiben, wie wir sie sprechen. Aus dem Nebensatz „Ich unterstütze ihn, weil er mein Freund ist“ wird ein Hauptsatz:  I hülf nan, weil des is mei Freind“.

Ähnlich ist es bei Ratschlägen wie „Wenn ich du wäre, würde ich jetzt lernen.“ zu „Du wenn i waarad, daad i ejtz leana.[du_wenn_i_war.mp3 ]

Oft sind die Sätze auch unvollständig, z.B. „Hast du das eingekauft?“ – „Scho!“. [scho.mp3 ]

Aus dem Satz  „Diese Aussage kann ich nicht glauben“ wird bei uns ein kurzes „a!“ bzw. „a wo!“  [verweis.mp3 ]

Andererseits kann "a" aber auch ein Ausdruck des Erstaunens sein.

[oinser.mp3 ]

Wenn wir mit etwas nicht ganz einverstanden sind, es aber schon akzeptieren können, sagen wir "basst scho“, wenn wir etwas ganz besonders blöd finden, sagen wir "ja mei!". Und ältere Oberpfälzer unterhalten sich gerne so: „Iis da dees woos!“ – „No – saa douds da woos!“ – „Wiad da dena dees woos sa!“ [is_da_des_wos.mp3 ]  Besonders gern mögen wir die Bindewörter „und“, „na“, „nacha“, „nachad“ bzw.  Relativsätze: „Und nachad hoot da Busfahrer gsagt: Dea wou da so bleed daherredd, des ist da Hainz.“ (= Derjenige, der so Dummes sagt, das ist Heinz.) und „Trotzdem dass i glernt ghabt hob, hob i nix gwisst.“ (Obwohl ich gelernt hatte, habe ich nichts gewusst.) Im nichtbayrischen "Ausland" wundern sich die Menschen oft über die mehrfache Verneinung: Bei uns hot nu nii koina koin Hunga niad lein majssn. = Bei uns musste noch niemand Hunger leiden. Wir meinen aber, dass wir diese Verneinung gar nicht so oft benutzen. Vielleicht fällt es uns ja auch nur nicht auf. Cool

Lena Hanauer, Verena Reindl

 

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